THE SILENT REVOLUTIONARIES.

Heimlich, still, leise – etwa aus der zweiten Reihe heraus. Generation Y revolutioniert unsere Gesellschaft, unsere Lebensweise und die Arbeitswelt. Nicht lautstark, nicht gewaltsam, nicht militant. Dennoch radikal und wirkungsvoll. Der Wandel ist nicht unbedingt auf dem ersten Blick zu erkennen, vielleicht auch nicht auf dem Zweiten, aber auf dem Dritten. Die leisen Umwälzungen werden einfach unbewusst übernommen und in den Alltag integriert. Eine Strategie, die sich auszahlt, aber auch unterschätzt wird.

Eine Krisengeschüttelte Generation – der 11. September, die Finanzkrise, Ölkrise, Fukushima, Afghanistankrise und unzählige Klimakatastrophen. Wir sind in einer Welt aufgewachsen, in der sich alles in Umbrüchen befindet. Nicht ist mehr sicher. Die Mieten steigen rasant, die Chance auf eine sichere Rente verkleinert sich mehr und mehr und wir stehen vor der nicht graden kleinen Aufgabe unseren bedrohten Planeten Erde zu retten.Wir sind nicht besonders rebellisch und durften in einer stabilen Demokratie aufwachsen. Wir sind keine Kriegsgeneration, keiner 68-er Revoluzzer und keine Wende-Kinder. Eines konnten wir dennoch lernen: Es geht immer irgendwie weiter. In unserer Welt ist zwar alles möglich, aber nichts ist von Dauer. Wir sind neugierig, reflektiert und ein klein wenig naiv.

Ob in Bildung, Beruf, Familie, Freizeit oder Politik – unsere Flexibilität spielt eine tragende Rolle. Globalisierung, Digitalisierung, Energiewende, Ressourcenknappheit und ständiger Wandel. Wir sind die erste Generation, die ihr Leben unter den neu geschaffenen Bedingungen meistern muss. Wir Ypsiloner finden immer einen Weg. Denn wir stillen Revolutionäre, von denen keine lautstarken Parolen zu erwarten sind, können, wenn wir wollen, höchst entschlossen und zäh handeln. Wir kämpfen nicht uns für uns selbst, sondern für eine neuartige Kultur, die allen nützt. Still und leise verändern wir die Welt.

MAYBE YOU SHOULD GO FUCK YOURSELF.

Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Wir sind die Generation der Unentschlossenen – oder nicht? Leben wir in der Zeit des großes Vielleicht? Uns werden in all unseren Lebenslagen so viele Möglichkeiten dargeboten, dass wir regelrecht von dieser Entscheidungsfreiheit erschlagen werden. Die große Last der Entscheidung. Unserer Generation stehen alle Türen offen, doch durch welche wir letztlich gehen, müssen wir dann doch ganz allein entscheiden. Also einfach durch gar keine gehen? Oder wieder zurück und eine andere ausprobieren? Am liebsten alle auf einmal. Kein Problem.

Diese scheinbar sinnlose Suche nach dem Ich und der eigenen Verwirklichung lässt uns alle verweichlichen und zu notorischen ‘Maybe´s’ werden. Maybe. Maybe not. Viele unter uns haben ihren richtigen Weg noch nicht gefunden und wissen nicht einmal ob es den überhaupt gibt. Den einen Weg. Das fatale an der ganzen Sinnsucherei ist eigentlich, dass wir Maybe’s dabei oft vergessen, dass das Leben jetzt gerade in diesem Moment statt findet und wir es leben sollten. Der eine unmöglich existierende Weg – der perfekte Partner, der Traumjob, die eine Stadt, das ausgefüllte Leben.

Wir Ypsiloner sind gebildet und nachdenklich, wir hinterfragen und trauen uns auch etwas laut auszusprechen. Wir haben alle Möglichkeiten und wollen auch alles. Was uns fehlt ist die Orientierung. Wir torkeln auf dem Weg zum scheinbar perfekten Leben, zum sinnerfüllten Dasein. Bremsen tut uns nur die lähmende Angst, die falsche Abzweigung zu wählen.

27. Februar 2018